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Gruselfaktor Turbo-Abi

10.12.2008: Im Sozialismus war nicht alles besser, doch in der ehemaligen DDR konnte man das Abi schon in der zwölften Klasse machen und es hat sehr gut funktioniert. Das ist aber nicht die einzige Veränderung im Bildungssystem. Ein Bericht von Chantale Dorow und Jacqueline Jahns

Chantale Dorow und Jacqueline Jahns sind 13 Jahre alt und besuchen wie Maraike das Martin-Buber-Gymnasium in Berlin. Ein wenig fürchten die Achtklässlerinnen den Leistungsdruck, falls jetzt das Turbo-Abi tatsächlich auf sie zukommt. Sie schreiben: Die Schüler/innen, die derzeit Abi machen, finden die Abschaffung des 11. Schuljahres gar nicht gut. So gibt es mehr Stunden pro Woche und weniger Freizeit. Auch die Lehrer/innen finden das nicht so prickelnd, denn es gibt nicht genug Lehrkräfte für den Turbo-Unterricht.

Im Sozialismus war nicht alles besser, doch in der ehemaligen DDR konnte man das Abi schon in der zwölften Klasse machen und es hat sehr gut funktioniert. Das ist aber nicht die einzige Veränderung im Bildungssystem: Die Regionalschule, die Haupt- und die Realschule werden zusammengefasst. Das Gymnasium bleibt weiterhin einzeln stehen. In der neu gedachten Gemeinschaftsschule bleiben die Schüler/innen von der ersten bis zur zehnten Klasse zusammen in ihrer Schule. Sitzen bleiben gibt's hier nicht mehr, das Probehalbjahr fällt weg, ebenso die Einteilung in differenzierte Kurse. Das Abitur würde man dann auf den weiterführenden Schule absolvieren. Mieke Senftleben, Abgeordnete für die FDP, stellt sich die Schule in zehn Jahren so vor: "Es sollen mehr Lehrer und Pädagogen für die Schulen bereitstehen. Begabungen der einzelnen Schüler sollen gefördert werden." Renate Harant von der SPD wünscht sich auf dem Jugendforum 08: "Die Klassenräume müssen wohnlicher werden, damit man sich wie zu Hause fühlt!"

Wie es wohl bei Renate Harant zu Hause aussieht? Nicht nur dem Klima im Lernort Schule spürten Chantale und Jacqueline nach, sie wollten auch von den Berliner Abgeordneten wissen, was die Stadt denn tatsächlich in Sachen Klimaschutz leistet.

Prima Berliner Klima?

Die beiden Schülerinnen aus der siebten Klasse sehen Berlin und den Einsatz in Sachen Klimapolitik wenig rosig. Sie schreiben: Franziska Eichstädt-Bohling von den Grünen äußert sich erbost zum Einsatz der Umweltplakette an den Berliner Autos: "Dieser kleine Beitrag zur Umwelt bringt fast gar nichts!" Angeblich sollen ja die Umweltplaketten für die Umwelt gut sein. Die Autos, die keine Plaketten besitzen, dürfen nicht mehr in die ausgewiesenen Zonen Berlins fahren - aber überall und anderswo.

Zwar besitzt Berlin gegenüber anderen Großstädten weniger Industrie, ein Vorteil in Sachen Klima, ein Nachteil in Sachen Beschäftigung: Die wenigsten pro 1.000 Einwohnern sind motorisiert. Wie viele von ihnen arbeitslos sind, das steht auf einem anderen Blatt.

Doch der schwedischstämmige Stromlieferant Vattenfall möchte in Berlin ein neues Kohlekraftwerk bauen und somit könnte Berlin nicht einmal mehr in Sachen Klimaschutz glänzen.

Auf dem Berliner Jugendforum redet sich eine Gruppe Jugendlicher die Köpfe heiß: Sie fordern einen autofreien Sonntag. Außerdem wollen sie verstärkt im Unterricht die Themen Umwelt und Klima bearbeiten. Aber: Was tun an einem autofreien Sonntag? Da fällt den Jugendlichen natürlich schnell die Lösung ein: Straßenfeste und Konzerte auf den freien Straßen!

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